Das blutige Putin-Gas

Joa is deen schowieda Woahlkampf?  (jo in Nedersassen ton fifteen Oktober)

Die Bildzeitung brachte auf ihrer ersten Seite:
Altkanzler kassiert jetzt Putins blutiges Geld
Schämen Sie sich, Herr Schröder!

Lesen Sie hier den BILD-Bericht

 

Da Rosneft die Anteilsmehrheit der Gazprom hält, müssen sich jetzt ALLE Erdgaskunden in Deutschland und Europa
ebenfalls, mit dem Schröder zusammen, in Grund und Boden schämen und stetig aufpassen,
dass Putins “Blutgas”, mit dessen Erlös er laut BILD zahlreiche blutige Kriege auf der ganzen Welt finanziert,
nicht die Fliesen in der Küche und die Erdgasheizung im Keller versaut!
Der Putin ist mit seinem blutigen Erdgas in Europa und Deutschland,  außer Norwegen, zu rund einem Drittel  der größte Lieferant.

Kann es sein, dass außer einer willkommenen mittig-radikal-populistischen CDU/CSU-Propaganda zum Schaden der Niedersachsen-SPD,
in Wirklichkeit Uncle-Sam dahintersteckt?

Jüngst fand sich im gerade vom US-Senat verabschiedeten Sanktionsgesetz: Sektion 257, Titel: “Ukrainische Energie-Sicherheit”:
Die USA werden weiter gegen die von Berlin und Moskau geplante Nord-Stream-2-Pipeline vorgehen.
Stattdessen solle die US-Regierung “dem Export von US-Energieressourcen den Vorrang geben, um amerikanische Jobs zu schaffen, amerikanischen Verbündeten und Partnern zu helfen und die US-Außenpolitik zu stärken”.
Da hört man doch überdeutlich den Donald Trump: “America FIRST!!!”
und vermisst nur noch den Zusatz “um amerikanische Konzernkassen zu füllen”

Erstaunlicherweise haben selbst Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Gabriel sich da klar dagegen ausgesprochen!

 

Lassen wir dazu Gabriele Krone-Schmalz in einem ntv.de-Interview zu Worte kommen!

Gabriele Krone-Schmalz war lange Jahre die wichtigste Russland-Korrespondentin.
Die engagierte Journalistin lieferte stets ein differenziertes Bild aus Moskau, wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Auszug:

“Einer hustet, alle plappern nach”
Frage: Im Westen herrscht eine gewisse Verunsicherung, wie man mit Putins Russland umgehen sollte. Leute wie Altkanzler Schröder, die Putin vorbehaltlos unterstützen, lösen eher Argwohn aus. Wie ist Ihre Meinung über Putin?

Ich hätte Putin nie als “lupenreinen Demokraten” bezeichnet – damit hat Schröder ihm keinen Gefallen getan, obwohl er das vermutlich wollte. Aber mit Blick auf Russland hat Gerhard Schröder nach anfänglicher Ladehemmung eine Menge richtig gemacht. Meine Meinung über Putin lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Der russische Präsident hätte von Anfang an verdient, vom Westen mehr unterstützt zu werden. Aber dort hat man nur auf seine Geheimdienstvergangenheit gestarrt und sich nicht mehr die Mühe gemacht, seine politischen Schritte unvoreingenommen zu analysieren. Stattdessen wurden sie von vorneherein entweder nicht ernst genommen oder gleich verurteilt – nach dem Motto: Was kann man von einem KGBler schon erwarten?

Frage: Wie beurteilen Sie die Wahrnehmung der deutschen Öffentlichkeit?

Extrem einseitig und ungerecht: Einer hustet und alle plappern nach. Mittlerweile scheint es schick geworden zu sein, auf Russland und vor allem Putin einzuhauen. Das muss man machen, wenn man dazugehören will. “Wir” stehen schließlich auf der “richtigen” Seite. Der in letzter Zeit häufig gebrauchte Begriff “Russlandversteher” reicht aus, um diejenigen zu diskreditieren, die versuchen, Vorgänge in Russland möglichst neutral zu schildern.
Ende des Auszugs

Lesen Sie hier das gesamte Interview auf ntv.de